Konflikt zwischen Jurij Vella und LUKOIL eskaliert
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14.Sept. 2000. Foto: Eva Toulouse |
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Jurij Kylevich Ajvaseda aus der Sippe
Vella - geboren in der Waldtundra, aufgewachsen in der in
den 30er Jahren gegründeten Siedlung Var'egan, studierte
in Moskau Literatur, Günder des ethnographischen Museums
in Var'egan - zog 1990 mit seiner Familie zurück in den
Wald. Er kaufte sich Rentiere, baute ein Haus und
versucht seitdem, mit naturnaher traditioneller
Lebensweise das Land seiner Vorfahren vor dem Zugriff der
Erdölkonzerne zu schützen. Jetzt hat er auf seinem
Wohnplatz eine kleine Schule eingerichtet, wo seine Enkel
und Kinder benachbarter Familien unterrichtet werden,
ohne sie aus ihrer kulturelle Umgebung zu reißen. 1995 wurde
das von ihm und benachbarten Familien bewohnte
Territorium nördlich des Pochovsker Erdölfeldes zur
Ölausbeutung ausgeschrieben, den Zuschlag bekam die
russische Erdölfirma LUKOIL. Seitdem spitzt sich der
Konflikt zu. Mit Straßenbarrikaden, öffentlichen
Protesten in der Gebietshauptstadt versuchte J. Vella auf
die dramatische Situation der Rentierzüchter in den
Ölfördergebieten aufmerksam zu machen. Am 14.
September versuchten Arbeiter von LUKOIL mit einem Bagger
eine Brücke der Straße, die seinen Wohnplatz mit dem
Dorf Var'jogan verbindet, zu zerstören. Aus Notwehr
griff J. Vella zur Axt und zerschnitt dem Bagger die
Reifen. Inzwischen wurde Jurij vom zuständigen Polizeibeamten mitgeteilt, daß er 'in der Sache nicht mehr nötig wäre', woraus er schließt, daß das Verfahren gegen ihn eingestellt sei. Der eigentliche Konflikt hat aber nichts an Schärfe verloren. Die Rentierzüchter der Gegend und besonders Jurijs Familie werden noch stärkeren Schikanen seitens LUKOILs ausgesetzt sein. Kontakt für weitere Informationen Briefe und Faxe zur Unterstützung von Jurij Vella können unter anderem an den Governeur des
Chanty-MansijskerAutonomen Kreises, den
Stellvertreter des Gouverneurs, den
Präsidenten von LUKOIL, an den
Leiter der Abteilung für innere Angelegenheiten
Khanty-Mansijsk. an den
Staatsanwalt des Kreises an den Chef des
Sicherheitsdienstes von Kogalymneftegaz, Lukoil West
Sibirien, an den Leiter der
regionalen Abteilung indigener Angelegenheiten des
Nizhnevartovskiy Rayon, geschickt werden. Einen vorbereiteten
Protestbrief sowie einige Dokumente
über den Konflikt zum download. Russiche Internetseiten zum Konflikt mit LUKOIL Natalja Novikova über Jurij in der nezavisimaya gazeta Interview mit Filmemacherin Olga Kornienko wo sie über Chanten, und auch Jurij Vella erzählt Über Fische, die auf Jurijs Land erforscht wurden (mit Karte von Jurijs Land) Gewinner des Preises des "Soros-Fondes" |
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| Jurij
Vella mit Tochter Aelita, einem Bewohner des Dorfes Agan und seiner Frau Lena. Aug.96 |
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Reuse am Jorsch-Flüsschen. Aug. '99 |
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1988 aufgegebener Ölförderplatz. Aug. '99 |
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| Povch. Aug. '96 | |||
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| 1.
Kongress der privaten Rentierzüchter, Kogalym.Feb '96 |
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aktualisiert am 04.06.2008