Ausstellungsfotos                                   [zurück]

       
"Natürlich ist das Leben der Einheimischen ohne Rentiere nicht denkbar. Weil das Rentier nicht nur Fleisch ist, sondern auch Transportmittel, es ist wie ein Familienmitglied, es hilft, die Kinder zu erziehen, deshalb nimmt das Rentier einen wichtigen Platz ein in unserem Leben."
Konstantin Kasamkin, chantisches Familienoberhaupt
      "Im neuen Leben, als die Sowjetunion gegründet wurde, gab es natürlich nur einen Wunsch - daß die Menschen so schnell wie möglich gebildet und zivilisiert würden, sehr schnell lesen lernten, sich die russische Sprache und das unbekannte neue Leben aneigneten. Wenn dies schrittweise und nicht so schnell geschehen wäre, wäre es sicher nicht so schlecht gewesen; das Volk der Chanten hat immer in Freundschaft mit seinen Nachbarn gelebt und sich neue Traditionen angeeignet."
J. A. Njomysova, chantische Wissenschaftlerin

  "Man sagte zu ihnen: 'Geht fort aus eurem Land!' und das war alles. Sie verloren die Heimaterde, wohnen an neuen Orten, suche, wo man Fische fangen kann, wo man Rentiere weiden kann, wo gute Weideplätze sind. Um solch einen Platz zu finden, braucht ein Mensch viel Zeit, ein Jahr oder zwei oder drei. Aber wovon soll er bis dahin leben, was essen, womit sich kleiden?"
J. A. Njomysova, chantische Wissenschaftlerin

 

"Surgut wird heute mit Recht das kulturelle Zentrum Jugriens genannt. Surgut ist umgeben von den Wäldern der Taiga, in denen wertvolle Nadelgehölze wachsen: Fichten, Tannen, Zirbelkiefern und Kiefern. Die Surguter und ihre Gäste können, wenn sie die Schönheit des Waldes aufsuchen, die vom Geruch der Pilze, Nadeln, Gräser und Beeren erfüllte Luft atmen."
Faltblatt "400 Jahre Surgut "

         
"Der große Fluß ist verdorben unter dem Einfluß der Erdölleute. Wie kann denn der Fluß gesunden und von neuem seine Kinder, die Fische großziehen, wenn die Erdölarbeiter keiner hier einschränken will... Vielleicht sind wir schon die letzten, die Fisch aus diesem Fluß essen, und unsere Kinder können hier schon nichts mehr fangen..."
Grigorij Kazamkin, Fischer
  "Seit alters her waren wir den Bedingungen des Überlebens in der Taiga ausgeliefert. Wer keine Fische fing, nicht auf die Jagd ging blieb hungrig, wer kein Holz hackte fror. Aber jetzt in der Siedlung - wenn man sich betrinkt, egal, im Haus ist es immer warm, dank der Zentralheizung: hat man Geld, geht man in den Laden und deckt sich mit dem Nötigen ein; wenn kein Geld da ist - muß man es nicht verdienen, man bekommt es auch so: Darlehen, Zuschüsse, Kompensationen... "
Jurij Vella, nenzischer Schriftsteller und Politiker
      "Chanten stellten den Erdölarbeitern folgende Frage: 'Hier, das ist Euer Haus. Kann man hier einen Erdölbohrturm hinstellen?' Sie sagten: 'Nein, das ist unmöglich.' Aber warum soll dann bei unseren Häusern so ein Bohrturm stehen? Man hört nur sehr selten auf unsere Probleme. Neben ihren Häusern halten sie es für unmöglich, aber bei den Häusern der Chanten denken sie, ist das möglich."
J. A. Njomysova, chantische Wissenschaftlerin