CHANTEN UND WALDNENZEN IM SURGUTER GEBIET Homepage
von Carolin Große und Stephan Dudeck

mit Erlebnisberichten,
Interviews und Fotografien unserer Reisen nach Westsibirien von
1993-2000.
Aktuellere Berichte sind in Arbeit ; )
Reisen & |
Jurij Vella und LUKOIL [in deutsch
] - [in english
]Eskalation im Konflikt zwischen der
Erdölindustrie und westsibirischen Indigenen
| : "Leben mit der Taiga - Traditionelle Naturnutzung kontra Umweltzerstörung durch Erdölförderung" "Ungleicher
Handel" - über die
Verhandlungsmethoden der russichen Erdölfirmen "Ethnographische Expedition auf dem Fluß Agan" - Indigene machen sich selbst auf den Weg, um altes Wissen zu erinnern und aufzuzeichnen und es so für die nachfolgenden Generationen zu bewahren |
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Stephan Dudecks Foto-Baustelle
"Anderswo." Dokumentarfilmprojekt. Fotos vom Dreh bei einer Chantischen Familie (Aufnahmeleitung Stephan Dudeck) im August 2000. Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion
Andrew Wiget und Olga Balalajewa allgemein zu
Chanten und speziell zum Biosphärenreservat am Yugan. ![]()
Waldnenzen Homepage von Tapani Salminen ![]()
Eine Liste Russischer Seiten - allgemein zum Autonomen Kreis der Chanten und
Mansen und speziell zu Jurij Vella und dem LUKOIL-Konflikt
Gesellschaft für bedrohte Völker
Traditionelle Naturnutzung kontra Umweltzerstörung durch Erdölförderung
In der Westsibirischen Tiefebene - einem der größten Sumpfgebiete der Erde - leben drei der 29 zahlenmäßig kleinen Völker Sibiriens: die Nenzen, die Mansen und die Chanten.
Sie hatten eine reiche geistige Kultur und ihr Leben hervorragend den rauhen Umweltbedingungen der Taiga und Tundra des sibirischen Nordens angepaßt, als sie in diesem Jahrhundert der Fluch der in ihrer Erde verborgenen Reichtümer ereilte: 1953 prospektierten Geologen in Westsibirien das größte zusammenhängende Erdöl- und Erdgasfeld. Konnten die Völker sich und ihre Kultur bisher durch äußere Anpassung und Rückzug in unwirtlichere Gebiete vor dem Untergang bewahren, ist ihnen jetzt diese Möglichkeit abgeschnitten. Die Erdölindustrie trifft in ihrer Rücksichtslosigkeit genau den empfindlichsten Nerv - sie zerstört das Ökosystem und damit die Lebens- und Überlebensgrundlagen der Indigenen.
Das Gebiet Tjumen
Im politischen Sinne gehört die westsibirische Tiefebene zur Russischen Föderation und wird zum großen Teil vom Gebiet Tjumen (Tjumenskaja oblast') eingenommen. Die beiden gewaltigen Ströme Ob und Irtysch, die dieses Gebiet durchfließen, ihre unzähligen Nebenflüsse, Seen und endlose Sümpfe prägen diese Region.
Innerhalb dieser Verwaltungseinheit liegen im mittleren Ob-Gebiet der Autonome Kreis der Chanten und Mansen (im folgenden AKCM genannt) und im Norden an der Küste des Eismeeres der Autonome Kreis der Jamal-Nenzen. Die Autonomie dieser Gebiete besteht aber nur im verwaltungstechnischen Sinne. Die genannten indigenen Völker besitzen keine Selbstverwaltung oder andere Art von politischer Unabhängigkeit.
| Verwaltungseinheit | Fläche | Bevölkerung (1992) |
| Gebiet Tjumen (insgesamt) | 1.435.000 km² | 3.137.000 |
| Autonomer Kreis der Chanten und Mansen | 534.000km² | 1.305.000 |
| Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen | 479.000km² | 479.000 |
| Gebiet Tjumen (im engeren Sinne) | 1.353.000 | |
| zum Vergleich BRD | 380.000 km² |
Im Gebiet Tjumen leben im Durchschnitt nur etwas mehr als 2 Menschen pro km². Der Großteil der Bevölkerung wohnt in den Typenbauten der Neubaustädte, die in den letzten Jahrzehnten aus dem Boden der Taiga und Tundra gestampft wurden, um die Erdöl- und Erdgasarbeiter unterzubringen.
Der Autonome Kreis der Chanten und Mansen
Der Kreis erstreckt sich vom Ural im Westen über den Mittellauf des Flusses Ob und seiner zahlreichen Nebenflüsse bis fast zur Wasserscheide des zweiten großen sibirischen Stromes Jenissej im Osten. Der AKCM ist fast so groß wie Frankreich. Über zwei Drittel der Fläche dieser Region sind von Mooren und Sümpfen bedeckt, aus denen nur schmale Sandbänke herausragen auf denen Bäume wachsen, Menschen leben und - nach Öl und Gas gebohrt wird. Die einzigen Erhebungen sind ein Höhenzug am östlichen Ob-Ufer, der sich bis zu 300 m aus der sibirische Tiefebene erhebt und als westliche Begrenzung des Gebietes, die Berge des Urals, die Höhen von 900 bis 1300 m erreichen.
Das Gebiet wird wirtschaftlich sehr verschieden genutzt. Während im Norden und an den Ostabhängen des Urals, in Tundra und Waldtundra die Rentierhaltung, Jagd und Fischfang, sowie die Gasförderung dominiert und in den südlichen Regionen mit dichterem Taigawald die Holzproduktion im Fordergrund steht, spielt im Osten die Ölförderung die wirtschaflich größte Rolle. In manchen Gegenden ist auch Landwirtschaft, vor allem Viehzucht möglich.
Geprägt wird die Landschaft durch den borealen Wald, die Taiga, der über 25 Mio ha einnimmt. Nadelbäume wie Fichte, Kiefer, Weißtanne, Zibelkiefer, Tanne, und Lärche bedecken große Flächen und wechseln sich mit Birken, Espen und Weiden ab. Im rauhen Klima des Nordens wachsen die Bäume sehr langsam, sie bleiben ziemlich klein, liefern aber ein gutes, hartes Holz. Die Vegetation ist sehr abwechslungsreich. Die Sümpfe sind von Bächen und Flüssen durchzogen und mit tausenden Seen durchsetzt, an deren Ufern sich Gebüsche und dichter Wald entlangziehen. Auf trockenen, sandigen Höhen wächst ein lichter Nadelwald der reich an Rentierflechte ist. Die Sprachen der Chanten, Nenzen und Mansen kennen viele verschiedene Ausdrücke, die den Reichtum an Waldformen und deren Nutzungsmöglichkeiten wiederspiegeln. Es gibt eine fast unübersehbare Zahl an Beeren und Heilpflanzen, die von den Taigabewohnern gesammelt werden. In den Gebieten, in die Holzeinschlag und Erdölindustrie noch nicht vorgedrungen sind ist die Taiga noch in ihrem seit der letzten Eiszeit entstandenen Urwaldzustand erhalten, und wird nur durch die Fischer, Jäger und Rentierzüchter genutzt.
Durch den Rückstau des Wassers an der nördlichen Eisbarriere sind im Frühjahr weite Areale überschwemmt. Erst im August erreichen die Flüsse ihren normalen Wasserstand, um ab Oktober wieder zuzufrieren.
Die Temperaturen des Kontinentalklimas steigen im Sommer bis auf über +30°C und im Winter fallen sie zeitweise unter -45°C. Die Vegetationsperiode dauert im Schnitt nur etwa 90-100 Tage. Feldbau ist dabei kaum möglich, die Pflanzen wachsen extrem langsam, so z.B. die Rentierflechte nur ca. 3 mm im Jahr.
Braunbär, Elch, das wilde Rentier und der Wolf, sind die größten Säugetiere des Waldes. Viele, inzwischen fast ausgerottete Pelztiere, wie z.B. Zobel, Eichhorn, Fuchs, Hermelin, Vielfraß, sibirischer Nerz, Luchs, Marder, Dachs, Iltis, Hase, Wiesel, Otter (in den oberen Bereichen von Konda und Malaja-Sosva auch Biber) waren der Reichtum der Taiga. Viele Wasservögel lassen sich auf den zahlreichen Seen nieder. Schwäne verbringen ihre Mauser in der Sumpflandschaft und sind dann leichte Beute für die Jäger, die aber nie mehr Tiere erlegen, als sie für die Ausfütterung ihrer warmen Winterkleidung benötigen. Auf ihrer Wanderschaft ziehen Gänse, Enten und der Polartaucher durch das Gebiet. Den Wald bevölkern Reb- und Auerhühner. Es ist nicht verwunderlich, daß diese gewässerreiche Region besonders reich an Fischen ist. Vor allem die Ob' galt vor noch nicht allzulanger Zeit als unerschöpflicher Fischgrund. Die wertvollen Lachsarten wurden sogar zu Staatseigentum erklärt, und ihr Fang streng reglementiert. Während der großen Fischzüge versammelte man fast die gesamte Bevölkerung an der Ob' zum Fischfang. Heute sind die Flüsse von Öl vergiftet, die Industriestädte an leiten ihre Abwässer in den Strom, so daß die Fangmengen soweit zurückgegangen sind, daß sogar Fischfabriken schließen mußten. Wird das geplante Priobskoje-Erdölfeld im Überschwemmungsgebiet des Flusses in die Tat umgesetzt, steht zu befürchten, daß während des Frühjahrshochwassers dann regelmäßig große Mengen Öl in den Fluß gespült werden.
Zuletzt sollen nicht die Unzahl von Insekten vergessen werden, von denen vor allem die Blutsauger im Sommer für Mensch und Tier fast unerträglich sind.
Die Jugrier - Chanten, Mansen und Waldnenzen
Die Urbevölkerung Westsibiriens verstand es seit Alters her, den natürlichen Reichtum der Taiga so zu nutzen, daß seine Quellen nie versiegten. Für die Chanten und Mansen war der Fischfang das Hauptnahrungsmittel, während die Rentierzucht hauptsächlich Transportzwecken diente. Der Bereicherung des Speisezettels und dem Erwerb von Pelzen für den Verkauf diente die saisonale Jagd. Im Sommer und Herbst wird der Reichtum des Waldes und der Sümpfe an Beeren und Wildfrüchten genutzt.
Große Rentierherden, die über tausend Tiere zählen können, finden wir in der baumlosen Tundra. Angepaßt an die jahreszeitlichen Wanderungen der Rentiere führen die Nenzen eine nomadische Lebensweise.
Sie besetzten und nutzten so unterschiedliche ökologische Bereiche. Nur im Winter jagten alle Jugrier Pelztiere.
In ihrer Religion, dem Schamanismus, in Mythen und anderen religiösen Vorstellungen spielen viele Geister in Tiergestalt eine Rolle. Heraus ragt, wie bei fast allen Völkern des cirkumpolaren Kreises, der Bär als "Herr der Tiere", der besondere Verehrung erfährt. Ihm sind zahlreiche Lieder, Mythen, Opfer und Tabus gewidmet.
Die Chanten und Mansen sind sprachlich sehr nah verwandt. Ihren Ursprung vermutet man in den Steppengebieten Südwest-Sibiriens. Ca. 500 n.Chr. migrierten sie als pferdezüchtende Steppennomaden vom Oberlauf des Irtysch immer weiter nach Norden, bis an den Unteren Ob. Sie transformierten im Laufe der Zeit ihre Wirtschaftweise, Sprache und Kleidung, paßten sich den neuen Umweltbedingungen - Wäldern, Sümpfen - an. Sie übernahmen die Rentierhaltung von den uralischen Völkern, so daß die Pferdezucht nur noch in den Mythen weiterlebt. Andererseits wurden von ihnen zentral- und südasiatische Kunst- und Kulturlemente, wie Textilien, nach Norden verbreitet. Zusammen mit den Ungarn, den Finnen, Esten, Komi und anderen, gehören sie zur finno-ugrischen Sprachfamilie.
Die Nenzen bewohnen die Tundra Eurasiens von der Kola- bis zur Taymirhalbinsel. Sie waren zunächst Rentier- und Seesäugerjäger, bis sie das Ren domstizierten und die Haltung großer Herden zu ihrer Hauptwirtschaftsweise wurde. Die Waldnenzen, eine Gruppe der Nenzen mit fast eigenständiger Sprache, drangen nach Süden in die Waldtundra und Taiga vor und lebten in enger Nachbarschaft mit den Chanten und Mansen. Die Nenzen und verwandte Völker gehören zur samojedischen Sprachfamilie.
Seit dem 11. Jahrhundert sind Kontakte der Russen (Novgorod) mit den Jugriern historisch belegbar. Es herrschte ein reger Tauschhandel mit Pelzen auf der einen, sowie Metall und Getreide auf der anderen Seite. Ab dem 14. Jahrundert leben sie in ihrem heutigen Verbreitungsgebiet. Bis ins 16. Jahrhundert waren die südlicheren Jugrier den tatarischen Khanaten zum Tribut verpflichtet. Zur besseren Kontrolle wurden von diesen Herren "Fürsten" ernannt, die die Jugrier "regierten".
Die Christianisierung wurde zum Teil mit sehr groben Methoden durchgeführt. Erstaunlicher Weise gelang es den Völkern, die christlichen mit ihren eigenen religiösen Vorstellungen zu vereinen. So findet man auch heute noch bei vielen Familien Ikonen - die den höchsten Gott, also Torum, dartellen
Zu Sowjetzeiten gab es keine andere Möglichkeit als sich immer weiter in den sumpfigen Norden zurückzuziehen. Diejenigen, deren Land schon vollkommen okkupiert war, mußten zu Verwandten oder in eine der Siedlungen ziehen, die extra dazu gegründet wurden, um die schwer konrollierbaren Halbnomaden und Renntierzüchter seßhaft zu machen.
Bevölkerungsverteilung
Laut Volkszählung von 1989 lebten im Gebiet Tjumen 73% Russen, 8% Ukrainer, 7% Tataren jedoch nur 1,7% Urbevölkerung (im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen beträgt er nur 1,4%, im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen 4%). Der Zuwachs der Bevölkerung, der sich von Beginn der Ölförderung bis 1989 beinahe vervierfacht hat, ist in den letzten Jahren rückläufig. Zwischen 1991 und 1993 sollen allein im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen 107.300 Menschen das Gebiet verlassen haben, da die sich die wirtschaftliche Lage rapide verschlechterte.
1989 lebten von den 30.995 Chanten und Mansen 19.598 im Autonomen Kreis.
Von den 1.282.400 Einwohner die 1989 im AKCM lebten, wohnten über 1.000.000 (etwa 89%) in Städten oder "Siedlungen städtischen Typs", in ländlichen Siedlungstypen nur knapp über 10%.
Von den 615.000 Menschen, die 1989 in den fünf großen Städten Chanty-Mansijsk, Nizhnevartovsk, Surgut, Uraj und Neftejugansk lebten waren nur etwa 2700 Chanten und Mansen.
Der allergrößte Anteil der nicht-indigenen Bevölkerung kommt nicht aus dem AKCM sondern aus der gesamtem ehem. UdSSR, wie folgende Tabelle belegt:
Der Fluch des "Schwarzen Goldes"
Ähnlich wie bei anderen indigenen Völkern Alaskas (Inuit), Nigerias (Ogoni) oder Ecuadors, um nur die betroffensten aufzuzählen, ist die nationale wie internationale Öl- Gasförderung als Katastrophe über die Völker Westsibiriens hereingebrochen, da auf ihre Belange keinerlei Rücksicht genommen wurde und wird.
Das Gebiet Tjumen lieferte 1992 600 Mrd. m³ Gas - das sind 90% des gesamten Aufkommens - und 276 Mio t Öl - 2/3 der Gesamtfördermenge der Russischen Föderation. Anfang der 80er Jahre wurden mehr als 50% der sibirischen Investitionen im Gebiet Tjumen eingesetzt. Das Bruttosozialprodukt lag so hoch wie in den Golfstaaten, aber die Einrichtungskosten je Arbeitskraft am mittleren Ob sind doppelt so hoch wie an der Wolga, und 3,3 mal höher als auf der Jamal-Halbinsel. Die Baukosten liegen 2-5 fach über dem Landesdurchschnitt, und die Transportkosten verbrauchen 40-60 % des Bruttosozialprodukts.
Die jährliche Erdölproduktion der Russischen Föderation (ehem. UdSSR) geht seit 1988 rapide zurück.: 1989: 552 Mio.t, 1991: 461Mio.t; 1993: 341 Mio. t, 1994: 311 Mio.t. Die Ursachen für den Rückgang der Ölfördermengen in Westsibirien liegen u.a. darin, daß 70 % der 20 größten Felder bereits extrahiert sind, ca. 25.000 von etwa 55.000 Ölpumpen wegen Ersatzteilmangel aus dem "Nahen Ausland" stilliegen, der Energieverbrauch wegen der mangelnden Industrieauslastung sinkt und der Verbrauch im militärischen Bereich eigeschränkt wird.
Nach unwidersprochenen Angaben zufolge gehen zwischen 8-10 % des russischen Rohöls durch korridierende Pipelines, undichte Öltanks, kaputten Ölpumpen und Unfälle verloren.
Im Gebiet Tjumen gibt es ca. 700 offizielle Pipelinelecks pro Jahr, allein 1987 flossen aus den 18.000 km Pipelines im Gebiet Nizhnevartovsk 5. 000 t Rohöl. Nur alle 50 km gibt es Sicherheitsschieber (westl. Standart: 5km). Seit Beginn der Förderung sind über 4 Mio t Öl im Gebiet Nizhnevartovsk in der Erde versickert. Größere Mengen des ausgelaufenen Öls werden entweder abgebrannt, einfach mit Sand überdeckt oder man wartet auf das Frühjahrshochwasser. Bis 1989 waren 28 große und hunderte kleiner Flüsse und Seen des Gebiets biologisch tot, 17.000 ha Fischlaichplätze vernichtet. Ölrückhaltevorrichtungen als Gewässerschutz gibt es nicht, oder sie sind defekt. Die Gesamtzahl der Havarien in der Russischen Föderation am Pipelinenetz beziffert das Umweltministerium 1994 auf 36.000, von denen 21.000 auf das Erdölpipelinenetz entfielen. 90% der Pipelinestöranfälle sind korrosionsbedingt. 70% der Bohranlagen sind überaltert, 1/3 der Pipelines sind älter als 20 Jahre.
Über 15% des russischen Gases diffundieren durch defekte Rohrleitungen.
Milliarden m³ assoziiertes, ölhaltiges Gas werden bei der Erdölförderung jedes Jahr abgefackelt (1993:7,1 Mrd. m³; 1994:5,5 Mrd. m³) Zwischen 1989 und 1993 gab es ca. 40.000 Störfälle mit Bränden. Einige Weltraumbilder zeigen das Gebiet Tjumen als hellsten Fleck bei Nacht auf dem Globus. Im Sommer, nach der Schneeschmelze, sind Bäume, Pflanzen und Gebäude mit einem schwarzen, klebrigen Film überzogen.
Es gibt aber auch noch andere Auswirkungen der Ölförderung. Seit 1963 hat die ehem. UdSSR 115 atomare Sprengungen zu "friedlichen" Zwecken gezündet (ab 1988 ausgesetzt). Im Gebiet Tjumen wurden zu geologischen Untersuchungen, für den Bau von unterirdischen Gasspeichern und im Katastrophenfall (Gas-und Ölausbrüche) mindestens sieben Sprengungen mit radioaktivem fallout durchgeführt. Eine Sprengung war nahe der Gebietshauptstadt Chanty-Mansijsk.
Die Bodenversiegelung allein durch Industrie und Infrastrukturmaßnahmen betrug von 1973-1989 in den Rayons Surgut, Nizhnevartovsk und Neftejugansk 224.500 ha (zuzüglich etwa 85.300 ha an den Randgebieten).
Kilometer breite und mehr als 1000 km lange Schneisen der Pipelines durchschneiden die Tundra und Taiga. Die Gas-und Ölpipelines müssen gekühlt werden, sonst schmelzen sie sich in den Frostboden ein. Der dadurch entstehende meterdicke Eismantel um die Rohre stört die Fließrichtung von Grund- und Oberflächenwasser.
Der relativ lichte boreale Wald leidet unter mehreren Faktoren. Die tausende von km langen Ganzjahres-Trassen für Straßen und Eisenbahn wirken als "Dämme". Auf der flußabgewandten Seite steigt der Wasserspiegel an, auf der flußzugewandten Seite trocknet der Boden zu schnell ab. Beiderseits stirbt der Wald. Für jeden Kilometer Bohlenweg müssen 50-60 ha Wald gerodet werden, 1985 belief sich der Schaden auf 24-28.000 km². Besonders drastisch ist die Zunahme von Waldbränden.
Waldzerstörung im Rayon Nizhnevartovsk:
| Waldzustände (in 1000 ha) | 1976 | 1981 | 1985 | 1989 |
| Bodenverlust durch dauerhafte und begrenzte Erdölförderung | 19,0 | 16,3 | 27,6 | 22,9 |
| Einschlag der Forstwirtschaft | 11,1 | 16,0 | 17,4 | 22,5 |
| Waldbrände | 0,2 | 0,2 | 0,2 | 327,2 |
Die ökologische Zerstörung Westsibiriens hat - was in der Öffentlichkeit bisher wenig bekannt ist - besonders auch globale Konsequenzen. Der intakte boreale Wald der Nordhalbkugel und seine Spreu gelten als die größte CO² Senke der Welt. Er speichert dauerhaft und mehr Kohlenstoff als der tropische Regenwald. Durch seine Vernichtung wird vermehrt CO² freigesetzt. Durch die Waldvernichtung droht einerseits die Verkarstung weiterer Gebiete (im Norden wachsen meist nichtwiederaufforstbare Reliktwälder) andererseits eine Vermoorung und Versumpfung. Das vermehrt austretende Methan aus Pipelines (Erdgas besteht zum allergrößten Teil aus diesem Gas), Mooren und Sümpfen wirkt 32 mal stärker als das CO² als Klimakiller.
Am anderen Ende der Pipeline
Die Öl- und Gasförderung hat für die Russische Föderation wie auch der ehem. UdSSR staatstragende Funktion. Die in den letzten 30 Jahren eingenommenen Devisen von geschätzen 500-600 Mrd. US$, haben entscheidendend zu der Machterhaltung der Kommunisten in der Sowjetunion beigetragen. Nicht umsonst ist die zeitliche Korrelation der sinkenden Ölproduktion und das Zerbrechen der UdSSR Ende der 80er Jahre auffällig.
Von 1986-1990 betrug der Rohölexport 647 Mio t, Ölproduktexport 1 Mrd. t für 100 Milliarden US$, und der Erdgasexport 420 Mrd m³ für 50 Milliarden US$.
Die deutsche Energiewirtschaft bezog 1994 mehr als 1/3 ihres Erdgases und 1/5 ihres Erdöls aus der Russischen Föderation. Damit ist Rußland mit Abstand der wichtigste Primärenergielieferant für die BRD.
Die russische Ölförderfirma Purneftegas übernimmt Anteile der französichen Elf-Aquitaine an den Leunawerken und bezahlt mit Rohöllieferung.
Der größte deutsche Energiekonzern, die Ruhrgas AG in Essen, hat mit dem größten russischen Gaskonzern, der Gasprom, einen Joint Venture Vertrag ausgehandelt. Die Deutschen bauen mit neuester Technologie Anlagen, um das bei der Ölförderung anfallende assoziierte Gas aufzufangen. Dafür liefert der russische Staat 25 Mrd. m³ Erdgas nach Deutschland.
Die Zahl der Chanten, Mansen und Nenzen in den ländlichen Siedlungen hat sich vom 1963 bis 1989 um 19% durch eine Migration in die Städte "Siedlungen städtischen Typs", aber auch in Orte außerhalb des AKCM verringert. In einzelnen Rayons ist der Rückgang der Stoibische-Bewohner noch dramatischer.
Mit der Seßhaftmachung und Umsiedlung in Großsiedlungen wurden viele Menschen aus ihren traditionellen Wirtschafts- und Sozialbindungen gerissen. Stolze Jäger und Fischer verwandelten sich in Erwerbstätige der Sowchosen oder zu heruntergekommenen Arbeitslosen.
1989 gab es offiziell insgesamt 6.616 (3.169 Männer; 3.447 Frauen) indigene Erwerbstätige.
In der gesellschaftlichen Produktion waren von ihnen 5.869 (88,7%) beschäftigt, davon 2.327 Frauen. Davon arbeiteten wiederum 3.208 (55,0%) in der Landwirtschaft, 525 (9,0%) in der fischverarbeitenden Industrie und 441 (7,5%) in Jagdkooperativen.
Innerhalb der Landwirtschaft läßt sich die Beschäftigung noch wie folgt weiter aufschlüsseln:
| Rentierhaltung | 7,0% | (99,7% der Halter sind Indigene) |
| Fischfang | 22,5% | (29,7% der Fischer sind Indigene) |
| Jagd | 10,7% | (67,0% der Jäger sind Indigene) |
| Pelztierzucht | 6,0% | (46,0% der Pelztierzüchter sind Indigene) |
| Tierzucht | 26,0% | (25,0% der Tierzüchter sind Indigene) |
| Hilfskräfte | 13,0% | (33,0% der Hilfskräfte sind Indigene) |
| verschiedene Arbeiten |
15,0% |
Von den insgesamt in der Landwirtschaft Erwerbstätigen sind 26,6% Indigene.
Abhängig von staatlichen Zuwendungen verloren die Menschen ihr Selbstwertgefühl. Der Alkoholismus und seine Folgen haben sich breitgemacht. Immer wieder verunglücken besonders junge Männer - die im Winter betrunken im Schnee erfrieren, oder im Sommer mit alkoholisierten Motorbootfahrten ihrem Leben ein Ende setzen, In vielen Familien gibt es kaum mehr Männer und Frauen um die 40 Jahre. Besonders in den Städten liegt die Selbstmordrate und die Zahl der Gewaltverbrechen weit über dem Landesdurchschnitt..
Die Kindersterblichkeit hat sich in den letzten Jahren trotz medizinischer Betreuung verdoppelt. Typhus, Dipherie, Tuberkulose und Durchfallerkrankungen haben pandemische Ausmaße erreicht.
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt 20 Jahre unter dem Landesdurchschnitt. Bei Männern sind es 45, bei Frauen 55 Jahre (Russische Föderation: 64m/74w).
Die Zwangsrussifizierung in den Internaten hinterließ eine Jugend, die weder die Sprache und Kultur ihrer Eltern und Großeltern kennen, noch in die russische Gesellschaft integriert sind. Sie leben als Entwurzelte zwischen den Kulturen.
Einige Familien aber haben nach der Perestrojka die Möglichkeit genutzt, wieder in die Taiga zurückzukehren, haben sich auf noch unbewohntem Land niedergelassen, Rentiere gekauft, da nur so noch die Möglichkeit besteht, selbstbestimmt und entsprechend den Traditionen des eigenen Volkes zu leben.
Rückzug geht nicht mehr - jetzt zählt nur noch Widerstand
Einer dieser "Landbesetzer" ist Jurij Kylevich Ajvaseda (Vella), ehem. Leiter des ethnographischen Museums in Varjogan, Vorsitzender des im März 1993 gegründeten Verbandes selbständiger Rentierzüchter und Poet. Er ist einer der Aktivisten der Bewegung der indigenen Völker Sibiriens für ihre kulturelle und politische Selbstbesitmmung. Er studierte am Moskauer Gorkij-Institut Literatur, nachdem er schon verschiedene Berufe, u.a. als Jäger und im Schulinternat ausgeübt hatte.
Er war immer wieder Initiator von Protesten der Urbevölkerung gegen die rücksichtslose Vernichtung von Rentierweiden durch die Erdölindustrie. 1990 wurde eine Straße durch ein aufgestelltes Nomadenzeltes blockiert, später ein Zelt direkt vor dem Gebäude der Administration in Radushnyj, dem Rajonzentrum, und im letzten Jahr in der Gebietshauptstadt Chanty-Mansijsk postiert, um die Öffentlichkeit von den Forderungen der Indigenen zu informieren.
Es gibt inzwischen Gesetze, die den Ölgesellschaften - zumindest auf dem Papier - nicht mehr erlauben zu machen was sie wollen. Aktivisten der Urbevölkerung haben sich 1989 zu einer Assoziation zusammengeschlossen. Sie erkämpfte, daß für jeden neuen Bohrturm, für jede neue Förderstelle und für jede neue Strasse, die betroffenen Indigenen ihre Zustimmung geben müssen.
Aber die Probleme sind damit lange nicht gelöst. Noch kämpft jede Familie für sich selbst um die Einhaltung der Verträge, die große räumliche Trennung macht es schwer, die Kräfte zu vereinen. Offiziell für die Belange der Indigenen eingesetzte Beamte sind meist mit den Problemen des Waldlebens kaum vertraut und sorgen sich hauptsächlich um ihre eigenen Vorteile.
...
Erdgas oder Kohle?
In der europäischen Energiecharta wurde 1991 festgelegt, daß die Russische Föderation vermehrt preiswerte fossile Energieträger in den Westen absetzen kann. Dafür darf sie ihre nuklearen Atomanlagen weiterbetreiben.
Im Land Brandenburg geht der Trend weg von der heimischen Braunkohle hin zum "umweltfreudlichen" und "preiswerten" Erdgas. Die Stadt Potsdam rüstete ihre Stadtwerke auf russisches Gas um. Berlin bezieht seit 1994 zusätzliche 3,5 Mrd m³ Gas aus der Russischen Föderation.
Dabei wird übersehen, daß weder Kohle, noch Öl und Gas "umweltverträglich" odwer "preiswert" sind. Sie können es nur relativ zueinander sein. Durch das Ersetzen des heimisch, fossilen Energieträgers Kohle durch den auswärtigen, fossilen Energieträger Gas werden die Probleme nur aus dem unmittelbaren Umfeld verdrängt.
Die Alternative heißt nicht Gas gegen Kohle, da Umwelt und Menschen bei der Förderung beider irreversible Schäden erleiden, sondern die einzigen Alternativen lauten - Energiesparen und - Einsatz erneuerbarer Energieträger wie Wasser, Wind und Sonne.
Erschienen im Ökozid-Journal
UNGLEICHER HANDEL
Westsibirien: Die Chanten müssen ihre traditionellen Lebensgrundlagen an die Ölindustrie abtreten
"Wenn ihr schon aus meinem Topf 100
kg Gold nehmt, dann laßt wenigstens zwei Kilo für mich
übrig" schreibt Jaloki Nimperow in einem Brief an Senur
Markianowitsch Chuseinow, den Chef des Kamynskoje Erdölfeldes
der Firma Surgutneftegaz.
Jaloki ist sauer. Seit vielen Jahrhunderten bewohnten seine
Vorfahren dieses Stück Land in der westsibirischen Taiga,
nördlich des mittleren Ob am Fluß Pim. Über die Jahrhunderte
haben die Rentierzüchter und Fischer verstanden, der kargen
Landschaft das zum Leben notwendige abzuringen und dem eisigen
Frost im Winter wie den Mückenplagen im Sommer zu trotzen.
Jetzt ist die traditionelle Lebensweise in Gefahr.
Seitdem in den sechziger Jahren hier Öl gefunden wurde, fressen
sich die Bohrtürme und Förderstätten und mit ihnen Straßen,
Überlandleitungen, Arbeitersiedlungen immer weiter in das Land
der Chanten, zu denen auch Jaloki Nimperow gehört.
Zu Sowjetzeiten gab es keine andere Möglichkeit als sich immer
weiter in den sumpfigen Norden zurückzuziehen. Diejenigen, deren
Land schon vollkommen okkupiert war, mußten zu Verwandten oder
in eine der Siedlungen ziehen, die eigens dazu gegründet wurden,
die schwer kontrollierbaren Halbnomaden und Rentierzüchter
seßhaft zu machen.
Mit der Perestroika zog ein anderer Wind auf. Heute können die
Ölgesellschaften, zumindest auf dem Papier, nicht mehr machen
was sie wollen. Aktivisten der Urbevölkerung haben sich zu einer
Assoziation zusammengeschlossen. Sie erkämpften, daß für jeden
neuen Bohrturm, für jede neue Förderstelle und für jede neue
Straße, die betroffenen Indigenen ihre Zustimmung geben müssen.
Trotzdem fühlt sich Jaloki eingekreist.
Seit 1989 wurden auf seinem Stück Land allein vierzehn neue
Förderstätten und geologische Erkundungsbohrtürme errichtet,
der nächste steht nur 2 km von seinem Sommerhaus entfernt. Tag
und Nacht kann man hier den Lärm der Bohrarbeiten hören. Auf
der anderen Seite des Sees, an dem er wohnt, führt eine Straße
zu dem weitverzweigten Netz der Förderstellen. Es verwundert
nicht, daß Jaloki zu einem der schärfsten Kritiker der
Ölindustrie gehört, zumindest verbal.
Früher, so berichten seine Nachbarn, habe er sogar mit dem
Luftgewehr nach den Ölarbeitern geschossen. Und er selbst
erzählt ganz stolz die Geschichte vom Kampf um
Transportmöglichkeiten: in früheren Jahren seien die Chanten
vom Schichtbus der Ölarbeiter, der täglich in die nächste
Stadt fährt, nie mitgenommen worden, bis sie damit gedroht
haben, die Brücke einer wichtigen Verbindungsstraße zu
zerstören. Seitdem könne jeder Chante für den halben Preis im
Bus mitfahren.
Es scheint, als würde die Ölindustrie in den letzten Jahren
eine Strategie von Zuckerbrot und Peitsche anwenden. Wegen der
häufigen Klagen über Wilderer auf den Territorien der
Indigenen, ist auf der Straße zum Erdölfeld ein Kontrollpunkt
eingerichtet worden. Hier sollen eigentlich alle Fahrzeuge
kontrolliert und Personen ohne Berechtigungsschein abgewiesen
werden. Jaloki wurde (pro forma) als Leiter dieses
Kontrollpunktes eingesetzt und erhält einen entsprechenden Lohn
dafür. Zuhause hat er jetzt ein Funktelefon, mit dem er den
Kontrollpunkt und das nächste Dorf erreichen kann. Geologen
haben ihm zwei Wohncontainer auf den Sumpf gestellt, in denen er
sich mehr oder weniger häuslich eingerichtet hat. Als es jetzt
um die Verhandlungen für drei neue Förderstätten auf seinem
Land ging, wurde ihm allerdings gedroht, daß er seinen Job als
Chef des "Schlagbaums" wieder verlieren würde, wenn er
nicht zustimmte.
Bei Chanten, die man so nicht unter Druck setzen kann, werden
Zustimmungen zu neuen Bohrtürmen mit anderen fragwürdigen
Methoden erreicht.
Jalokis Nachbarin, Anna Petrowna, beispielsweise, erhielt von dem
Vertrag, den sie unterschrieb, keine Kopie, keinen Durchschlag.
Ausgehandelt wurde die Vereinbarung von ihren Schwiegersöhnen.
Diese berichteten, daß sie mit dem Hubschrauber direkt zu Senur
Markianowisch Chuseinow geflogen wurden, wo bereits eine Reihe
Wodkaflaschen auf dem Tisch gestanden habe. Beim Leeren der
Flaschen habe es allerlei Versprechungen gegeben, an deren
genauen Inhalt sich die beiden Schwiegersöhne allerdings auch
nicht mehr zu erinnern vermochten. Sie unterstützten lediglich
das Drängen des Vertreters der Ölgesellschaft jetzt doch
schnell den Vertrag zu unterschreiben; der Hubschrauber könne
nicht solange warten. Außerdem sei ja alles geregelt.
Zugestimmt hat Anna Petrowna allerdings nur zur Errichtung dreier
Erkundungsbohrtürme und auch nur unter der Bedingung, daß
lediglich im Winter dort gearbeitet wird. Wegen des starken
Frostes wird der empfindliche Sumpfboden von den schweren
Maschinen dann nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen. Und
nach einem Jahr ist die Baustelle wieder verschwunden. Für neue
Förderstätten müßten permanente Straßen durch den Sumpf
gebaut, Dämme aufgeschüttet, Überlandleitungen errichtet
werden und über viele Jahre würde das Gebiet für die
Weidewirtschaft nicht zu nutzen sein. Deswegen hat Anna Petrowna
dieser Forderung der Ölgesellschaft nicht zugestimmt.
Schlimmer noch erging es dem Rentierzüchter Pires Iki* und
seiner Familie. Auf seinem Land wird erst seit wenigen Jahren
nach Erdöl gebohrt. Doch in jedem Jahr werden mehr
Förderstätten eröffnet. Im letzten Winter vereinbarte er mit
der Ölgesellschaft, daß ein neuer Bohrturm jenseits des Flusses
aufgestellt werden soll. Ehe er sich versah, waren jedoch die
Pläne verändert worden. Genau 500m neben seinem Sommerhaus,
mitten auf der Sommerweide der Renntiere, begannen Ölarbeiter
eine Bohrung vorzubereiten. Pires Iki hatte nicht mal genug Zeit
seine Sachen aus der Hütte in Sicherheit zu bringen.
Vertreter der Ölgesellschaft versprachen ihm dann als
Entschädigung Baumaterial für ein neues Haus zu liefern. Bis
Ende September jedoch wohnte er mit seiner gesamten Familie noch
immer in Zelten ohne auch nur einen Nagel der versprochenen
Entschädigung gesehen zu haben.
Die Straße zum Förderplatz führt mehrere Kilometer geradeaus
durch Seen und Sümpfe und durchschneidet dabei auch einen der
größten Seen dieser Gegend. Zwar wurden beim Bau
Verbindungsröhren in den Damm eingelassen, deren Durchmesser war
allerdings so gering, daß sie im Winter zufroren, der
Wasseraustausch nicht mehr gewährleistet war und alle Fische
aufgrund des Sauerstoffmangels krepierten. Das ganze Frühjahr
hindurch stank es nach verrottetem Fisch. An der gleichen Straße
wurde um Bausand zu gewinnen ein See in großem Stil
ausgebaggert; mit dem Erfolg einer dauerhaften Wassertrübung,
Verschlammen des Sees und weiterem Massen-Fischsterben.
Pires Iki hat bisher die Strategie des
immer-weiter-Zurückweichens vorgezogen. Er ist ein alter Herr,
der mit seiner Familie noch sehr traditionell lebt. Bei ihm gibt
es keinen Generator und keinen Videorecorder, die inzwischen auch
bei vielen Taigabewohnern zum Standard gehören. Pires Iki
kämpft nicht um mehr Entschädigung und erhält deswegen auch
weniger Geld als andere Chanten, die sich mit der Erdölindustrie
arrangiert haben.
Wenn sich die Ölindustrie weiter so ausbreitet wie bisher, wird
in absehbarer Zeit allerdings nicht mehr genug Platz sein , daß
seine Renntiere Weidefläche haben. Was passiert dann? Warum
nicht einfach die Unterschrift unter die Vereinbarungen
verweigern? Würden die Chefs der großen Ölgesellschaften sich
einfach darüber hinwegsetzen?
Viele Chanten haben Angst, sich auf
einen Rechtsstreit mit der Ölindustrie einzulassen. Selbst
chantische Intellektuelle bezweifeln die Rechtswirksamkeit der
geschlossenen Vereinbarungen und vermuten, daß bei gerichtlicher
Überprüfung die Vereinbarung lediglich als freiwillige
Selbstverpflichtungen der Ölindustrie gesehen würden. Bis heute
gibt es in Rußland noch kein Gesetz auf dessen Grundlage das
Eigentum oder die Nutzungsberechtigung des Bodens für die
Chanten festgestellt werden könnte. Da Rußland auf die
Einnahmen aus der Erdölförderung existentiell angewiesen ist,
wird sich vermutlich auch kein Gesetz, daß die Macht der
Ölindustrie beschneidet, durchsetzen lassen.
Leider hat es auch die von chantischen Intellektuellen
gegründete Assoziation bisher nicht vermocht, allen Chanten in
gleichem Maße Unterstützung zukommen zu lassen und den
Widerstand gegen die Ölförderung und den Kampf um angemessene
Entschädigung für deren Folgen zu bündeln.
* Name geändert
Eerschienen in "Der Rabe Ralf", Dez. 1996 / Jan. 1997 S. 18
ETHNOGRAPHISCHE EXPEDITION AUF DEM FLUß AGAN im Gebiet der Surguter Chanten, Westsibirien
Seit längerer Zeit machen
Wissenschaftler und Menschenrechtler auf das Verschwinden
kultureller Verschiedenartigkeit aufmerksam, welches besonders
gravierend in Gebieten stark forcierter Industrialisierung und
Umweltzerstörung zu beobachten ist. Dieser Prozess läuft zur
Zeit in zunehmendem Maße auch in Westsibirien im Autonomen
Gebiet der Chanten und Mansen ab.
In diesem Gebiet, das sehr stark von der Erdölindustrie
beherrscht wird, in dem Umweltzerstörung und Kulturverlust immer
weiter fortschreiten, machten sich daher Indigene selbst auf den
Weg, um altes Wissen zu erinnern und aufzuzeichnen, und es so
für alle nachfolgenden Generationen zu bewahren.
Allgemein kann man in der Ethnologie die neue Tendenz
feststellen, immer mehr indigene Experten selbst zu Wort kommen
zu lassen, deren eigene, innere Sichtweise als solche auch zu
akzeptieren. Der europäische Ethnologe stellt sich dabei als
Vermittler zwischen den Kulturen dar, nicht als paternalistischer
Forscher und Sammler.
Im Frühjahr 1996 wurden wir, zwei
Studenten der Ethnologie aus Berlin, durch einen unerwarteten
Telefonanruf von Jurij Vella - waldnenzischer Rentierzüchter und
früherer Leiter des ethnographischen Museums in Varjogan -
eingeladen, an einer für Anfang August auf dem alten Postweg
zwischen den Dörfern Varjogan und Agan mit ortskundigen
Dorfbewohnern geplanten Expedition teilzunehmen.
Jurij Kylevich Ajvaseda (Vella) ist einer der Aktivisten der
Bewegung der indigenen Völker Sibiriens für ihre kulturelle und
politische Selbstbesitmmung. Er studierte am Moskauer
Gorkij-Institut Literatur, nachdem er schon verschiedene Berufe,
u.a. als Jäger und im Schulinternat ausgeübt hatte.
Nach der Perestrojka konnten zwei Bändchen mit seinen Gedichten
erscheinen.
Jurij Vella gründete in seinem Heimatdorf ein ethnographisches
Museum, in dem die indigene Bevölkerung selbst Zeugnisse ihrer
eigenen Kultur sammelt und nutzt.
Am Anfang der 90er Jahre zog Jurij Vella mit seiner Familie und
einer kleinen Rentierherde in die Taiga, um die traditionelle
Form der Landnutzung und damit die Kultur der Taigabewohner am
Leben zu erhalten.
Er war immer wieder Initiator von Protesten der Urbevölkerung
gegen die rücksichtslose Vernichtung von Rentierweiden durch die
Erdölindustrie. 1990 wurde eine Straße durch das Aufstellen des
Nomadenzeltes blockiert, später ein Nomadenzelt direkt vor dem
Gebäude der Administration in Radushnyj, dem Rajonzentrum, und
im letzten Jahr in der Gebietshauptstadt Chanty-Mansijsk
aufgestellt, um die Öffentlichkeit von den Forderungen der
Indigenen zu informieren.
Der Fluß Agan (agen jagun), Nebenfluß der Ob (as')
zwischen den Flüssen Tromjugan (tórem jagun) und Wach (wach
jagun), mündet kurz vor Surgut in die Ob. Er windet
sich durch ein Sumpf- und Seengebiet der westsibirischen
Tiefebene. Aufgrund seines geringen Gefälles ist er stark
mäandrierend; man findet ein weites Netz von Altarmen,
Verzweigungen, Nebenflüssen und Verbindungen zu Seen und
Sümpfen. Früher war der Fluß sehr fischreich, an seinen Ufern
lebten zahlreiche chantische Familien fast ausschließlich von
Fischfang.
Die industrielle Überfischung der Ob sowie die
Wasserverschmutzung durch die Erdölindustrie verminderten den
Fischbestand so drastisch, daß in den 70er Jahren selbst die
staatlichen Fischannahmestellen schließen mußten.
Die Auswirkungen der ökologischen und sozialen Veränderungen in
der Region sind inzwischen überall zu spüren. Es gibt keine
abgelegenen, von der Ölförderung unberührten Gebiete mehr.
Auch die letzten Rückzugsmöglichkeiten der traditionell von
Rentierzucht, Jagd und Fischfang lebenden Chanten und Waldnenzen
befinden sich im engen Griff der Erdölindustrie.
Viele Familien leben heute ständig in den von der
Sowjetregierung angelegten Dörfern. Beispiele dafür sind die
Dörfer Warjogan und Agan. In den 30er Jahren, im Zuge der
Umsiedlungskampagnen Stalins errichtet, wurden sie in den 70er
Jahren stark erweitert, als mit aller Macht versucht wurde, die
halbnomadisch lebenden Familien in kontrollierbare Siedlungen
zusammenzufassen.
Man findet dort die typischen Probleme, die mit der erzwungenen
Übernahme nichttraditioneller Lebensweisen verbunden sind:
Identitätsverlust, Vergessen der eigenen Sprache und Übernahme
des Russischen, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus - seit der
Perestrojka aber auch erstarkende Bestrebungen zur Bewahrung und
Wiederbelebung der eigenen Kultur und Lebensweise.
Die Expedition auf dem Fluß Agan war im Gegensatz zu anderen,
mehr politisch orientierten Aktionen in erster Linie auf die
Formulierung der eigenen kulturellen Identität ausgerichtet.
Teilnehmer waren vor allem Bewohner des Dorfes Varjogan und
dessen Umgebung, sowohl Waldnenzen als auch Chanten: Egor
Stepanovich Kazamkin, seine Frau Anisja Ivanovna Kazamkina,
Viktor Romanovich Ajpin, seine Frau Kapitolina Nikolajevna Ajpina
sowie Polina Vaziljevna Kazamkina waren die wichtigsten Experten
bei der Rekonstruktion der Toponymie und brachten ihre reichen
Kenntnissse der lokalen Geschichte ein. Jurij Kylevich, Lena
Fjodorovna und Aelita Ajvaseda repräsentierten das Archiv der
Waldnenzen und trugen die Hauptlast der Aufzeichnungen des
gesammelten Materials, sowohl in schriftlicher Form, als auch auf
Videoband. Sascha Ajpin machte Videoaufzeichnungen für das
Museum in Varjogan. Soja Sopotschina, ihr 5jähriger Sohn Tolik
Russkin und Nelja Kechimova waren Gäste vom Tromjugan, die seit
längerem an einem Nebenfluß des Agan leben und deshalb engen
Kontakt nicht nur zu den Chanten und Waldnenzen am Agan, sondern
auch zu den Heiligtümern am Agan pflegen. Shenja und Valera
Ajpin transportierten in ihren Motorbooten den Proviant. Der Chef
der Administration von Varjogan, Vladimir Taljovich Ajvaseda und
seine Frau Polina Aljovna begleiteten die Expedition eine Zeit
lang und regelten organisatorische Probleme.
Desweiteren wurde die Expedition von einem Surguter Fernsehteam
begleitet, der Regisseurin Olga Kornienko und einem Kameramann.
Die Texte und Kommentare dieses Dokumentarfilmes sollen
ausschließlich in chantisch abgefaßt werden.
In den Tagen vor dem Aufbruch der Expedition hatten die Bewohner
Varjogans ihren Verwandten und Freunden Briefe geschrieben und
Päckchen gepackt, die der Postbote Jegor Stepanovich
unversehrt überbringen sollte. Ein Brief wurde - zum Vergleich
der Zuverlässigkeit - mit der staatlichen Post geschickt.
Die Teilnehmer der Expedition fuhren die Strecke von etwa 200km
mit den Oblas', den leichten, knapp 2m langen chantischen
Einbäumen (aj ryt), die mit einer ganz speziellen Technik
aus den relativ kleinen Kiefern der Waldtundra hergestellt
werden.
Die Route der Expedition war der ehemalige Postweg auf dem Fluß
Agan. Als die Dörfer noch nicht mit Straßen verbunden waren,
fuhr der Postbote im Sommer mit dem Oblas' von Varjogan bis in
die Stadt Surgut, er benötigte für die Strecke von über 400 km
nur ca.5 Tage. Im Winter wurde die Post auf Rentierschlitten
geradewegs über die zugefrorenen Seen und Sümpfe befördert.
Die Bewohner des Flusses und seiner Umgebung hatten sehr genaue
Kenntnisse über die Topographie der Gegend. Dieses Wissen war
auch unumgänglich, um sich auf möglichst kürzestem Wege und
kraftsparend fortzubewegen: Lange Mäander können abgekürzt
werden, indem man die Boote an bestimmten Stellen, die immer von
umgefallenen Bäumen und Unterholz freigehalten, z. T. auch
begradigt wurden, über das Land schleppt. Besonders
flußaufwärts vermeidet man, gegen die Stömung zu fahren; die
Wege führen dann über das stehende Wasser von Altarmen und
Seen, wobei man sich oft den ganzen Tag vom Fluß entfernen muß,
sowie entlang von Nebenflüssen, mit der Strömung.
Auf unserem Weg besuchten wir verlassene Wohnplätze, alte
Friedhöfe, versuchten die Reste von Fischanahmestellen und
Versorgungspunkten aufzufinden und dokumentierten mit Zeichnung
und Beschreibung archäologische Denkmale. Am Abend jeden Tages
wurden auf den sehr genauen Lotsen-Karten die chantischen und zum
Teil waldnenzischen Bezeichnungen aller Flußabschnitte sowie
Wohnplätze und die Namen der einst dort ansässigen Familien,
soweit sie erinnert werden konnten, eingetragen.
Anhand der Aufzeichnungen kamen wir auf einst 35 Wohnplätze
entlang des Flusses, von denen jetzt nur noch einer bewohnt ist.
Zwei weitere Familien leben noch an Nebenflüssen des Agan.
Am vierten Tag unserer Expedition übernachteten wir in der Nähe
des heiligen Platzes der Agan-Imi (agan-imi), am nächsten
Morgen wurde ein pori - ein unblutiges Opfer - abgehalten.
In eine junge Birke wurden Tücher gehängt, ein weißes als
Opfer für die agan-imi, eines mit roter Farbe für den
Wald-Alten (wont- iki) und ein dunkles wurde dem Tod (sjorem)
auf den Boden gelegt. Ein Festmahl wurde bereitet und Tee
gekocht, nach dem Gebet, gesprochen von Jegor Stepanovich, nach
gemeinsamen Verbeugungen und Drehungen um sich selbst - im Sinn
der Sonne - das geweihte Essen fröhlich verzehrt.
Von den Tüchern bekam jeder Mann einen Streifen, den er in der
heiligen Ecke seines Hauses aufbewahrt, die Tücher selbst wurden
eingepackt, dem Hüter des heiligen Platzes der agan-imi
mitgenommen, der sie dann in den heiligen Speicher bringt.
Der Hüter des heiligen Platzes der agan-imi wohnt auf dem
Wohnplatz der Tylchins. Etwa 50km von dort entfernt wurde vor 10
Jahren die Stadt Pokachi errichtet - den sieben auf dem Platz
ansässigen Familien brachte die Nähe zur technischen
Zivilisation Elektrizität und Telefonanschluß.
Im Dorf Agan erwartete man die Expeditionsteilnehmer im Museum.
Die Briefe und Päckchen wurden ausgepackt - wie sich
herausstellte, war der per Post geschickte Brief noch nicht
angekommen!
Der Rückflug erfolgte mit dem Hubschrauber.
Das Ziel der Expedition bestand unter anderem auch in der
Aufzeichnung der Mikrotoponymie für den Abschnitt des Flusses
Agan zwischen den Dörfern Varjogan und Agan, die es in dieser
Vollständigkeit für das Surguter Gebiet noch nicht gibt.
Zusammen mit den indigenen Experten vervollständigt und
übersetzt wäre es auch für die Finno-Ugristik eine wertvolle
Ergänzung zu den von R. Radomski zusammengestellten ostjakischen
Ortsnamen.
erschienen in: Veröffentlichungen der Societas Uralo-Altaica Bd. 51. Europa et Sibiria.S.139. Wiesbaden 1999
*Der Film "Putjem Hozjajki
Agana" war im Sommer 1998 fertiggestellt und im Surguter
Fernsehen gezeigt worden. Leider doch nur mit russischen
Kommentaren und kitschiger elektronischer Musik versehen, weil
die Tonaufnahmen zu schlecht waren.
Außerdem erschienen ist ein gleichnamiges Buch der
Ortsbezeichnungen mit genauen Karten und erklärenden Texten.
Interview mit Filmemacherin Olga Kornienko auf russisch
Chronik der Arbeitsgruppe Westsibirien
Oktober 1992 Beginn des Projekttutoriums 'Gelebte Anthopologie' unter der Leitung von Heribert Lehnacker an der FU Berlin
1993
August/September 1993 erste Reise von Carolin Grosse, Matthias Schlegel und Stephan Dudeck nach Westsibirien. Surgut, Chanty Mansijsk, Varjogan; erste Bekanntschaften mit Chanten am Pim
1994
März/April 1994 Reise von Stephan Dudeck nach Varjogan, Chanty Mansijsk, Belojarsk, Numto
1994 Veröffentlichung: Öl in Jugrien, was geht uns das an. Ökozid-Journal Nr. 8 2/1994
Fotoausstellung "... nicht nur vom Öl allein" Fotoausstellung mit Bildern von Harald Hauswald, Carolin Große, Stephan Dudeck und Dia-Vorträgen in Potsdam, Wittenberge, Cottbus mit Unterstützung von 'Brandung 'e.V.
7. 11. - 2. 12. 1994 im Club Dialog e.V. im Haus der Wissenschaft und Kultur der Russischen Föderation in Berlin
Dez. 1994/Jan. 1995 Veröffentlichungen in pogrom
1995
März 1995 Stephan Dudeck mit Torsten Seidel bei Waldnenzen
April 1995 Vortrag von Stephan Dudeck über nenzische Sprache in Szilard Thots Projekttutorium
12.7. 1995 - 13.9.1995 Reise von Stephan Dudeck nach Surgut, Ljantor, Jubilejnoe mit Agrafena nach Chanty-Mansijsk
Herbst 1995 Kontakt zu Eva Ernst vom SZ Magazin
November 1995 mit Erich Kasten Projekt in Moskau eingereicht bei Fond RFBR
8. Dezember 1995 Gastvortrag "Gegenwärtige Situation und Überlebenskonzepte bei den östlichen Chanten" am Finnish-Ugrischen Seminar der Universität Hamburg
Dezember 1995 Arbeit am Reprint von G. W. Stellers "Beschreibung vom Lande Kamtschatka"
1996
9. Januar - 2. Februar 1996 Ausstellung "Russen und Nenzen, Fotografien aus Sibirien" von Torsten Seidel und Stephan Dudeck im "Haus der Kirche" Evangelisches Bildungswerk Berlin.
März 1996 Carolin Große auf dem Rentierzüchter-Kongress in Kogalym
13. 3. 1996 mit Martha Czepregi in Budapest getroffen
24. - 28. 4. 1996 Vortrag beim finno-ugrischen Studententreffen in Hamburg IFUSCO
August/September 1996 Expedition auf dem Agan, dann Surgut, Pim, Russkinskije, Nojabrsk, Salechard, Ob-Mündung
Herbst1996 Kalender "umweltschwung osteuropa " 1997 der Grünen Liga Sachsen e.V.
Herbst 1996 Bericht an FIAN über Situation der Indigenen Westsibiriens
November(?)1996 bis 23. Januar 1997 Fotoausstellung in den Frankischen Stiftungen in Halle
Dezember 1996 Artikel "Ungleicher Handel" in "Der Rabe Ralf", Dez. 1996 / Jan. 1997 S. 18
1997
7. März bis April 1997 Fotoausstellung "Leben mit der Taiga" im Haus Ungarn
8. März 1997 Seminar "Überleben und Identität. Die kleinen finnisch-ugrischen Völker in den 90er Jahren" im Finnland-Institut Berlin
Sommer 1997 auf der Rückreise aus Uzbekistan mit Ulf Thämelt in Surgut, am Pim,
1997Artikel für Gedenkband Wolfgang Veenker, über Expedition auf dem Agan
13. - 15. Dezember 1997 Teilnahme am Symposium "Bikultural Education in the North" in den Frankischen Stiftungen Halle
1998
1. März - 10. April 1998 Teilnahme an der Ausstellung "Sibirien, Finnland, Ungarn" mit Exponaten zum Alltag westsibirischer Fischer und Rentierzüchter in Göttingen
Ausstellung im Voyer des Völkerkundemuseums Leipzig
1998 Artikel "Ich möchte ein weißes Rentierkälbchen" in Samsolidam 49, 7/1998 S. 20.
1998 Artikel für Ökozid-Journal
1999
Februar 1999 Jurij Vella und Jelena Fjodorovna in Finnland, Kontakt kommt nicht zustande
August-September 1999 Fahrt nach Westsibirien, Recherchen für den Film "Anderswo, fernab des Milleniums"
2000
Vortrag Stephan Dudeck Wien
1. August Vortrag Stephan Dudeck in Helsinki
August, Filmaufnahmen für "Anderswo", Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion
2002
Ausstellung im Heimatmuseum Strasburg/Um. (Mecklenburg)
2007/08
Reisen von Stephan Dudeck und Christian Vagt
| Seite aktualisiert am 03.06.2008 | Kontakt | copyright AG Westsibirien |